Häufige Fragen
Warum fertigt Wild Wetzikon Barquettes durch Fräsen statt Stanzen?
Wild Wetzikon fräst Barquettes, weil beim spanabhebenden Fräsen die massive Krafteinwirkung des Stanzens entfällt und keine inneren Spannungen ins Material eingebracht werden. Beim Stanzen entstehen dagegen innere Spannungen, die sich mit zunehmender Materialstärke verstärken und kaum kontrollieren lassen. Das Fräsen ist zwar zeitintensiver, liefert aber Rohlinge, die auch bei starker einseitiger Schwächung plan bleiben. So entfallen Ausschuss und teure Nacharbeit.
Welches Problem sollte die Fallstudie lösen?
Ausgangspunkt war 2011 eine Anfrage des Industrie- und Technologiezentrums Schaffhausen im Auftrag einer Uhrenmanufaktur. Die Rohlinge verzogen sich während und nach der Bearbeitung, besonders bei starker einseitiger Schwächung, was zu hoher Ausschussquote und kostspieligen Nacharbeiten führte. Gesucht war eine von der Uhrenindustrie unabhängige Fertigung, die dieses Qualitätsproblem löst. Ziel war es, dass die Rohlinge während und nach der Bearbeitung eben bleiben.
Warum lassen sich Stanzspannungen nicht einfach nachträglich ausgleichen?
Die beim Stanzen entstehenden inneren Spannungen lassen sich durch thermische Behandlungen nur sehr schwer oder nicht vollständig ausgleichen. Aufwendige Nachbearbeitungen an vorgefertigten Halbfabrikaten konnten sie bestenfalls teilweise kompensieren. Mit zunehmender Materialstärke verstärkt sich das Problem zusätzlich. Deshalb war ein grundlegend anderer Fertigungsansatz nötig.
Welches Ergebnis brachte der Wechsel vom Stanzen zum Fräsen?
Der Wechsel führte zu einer deutlichen Reduktion der Ausschussquote durch spannungsarme Rohlinge und zur nahezu vollständigen Beseitigung kostspieliger Nacharbeiten. Die Barquettes bleiben auch bei starker einseitiger Materialschwächung plan. Damit wurde der Prozess für den Auftraggeber effizienter und wirtschaftlicher. Zugleich war dies der Beginn unserer Barquette-Fertigung für die Uhrenindustrie.
Ist der spannungsarme Fräsprozess auch auf andere Teile übertragbar?
Das zugrunde liegende Prinzip, Rohlinge möglichst schonend und ohne eingebrachte Spannungen zu fertigen, lässt sich auf verschiedene Werkstücke übertragen. Massgeblich sind Material, Geometrie und die geforderte Ebenheit. Ob Ihr Teil geeignet ist, klären wir anhand der Zeichnung und bei Bedarf anhand eines Musters. So lassen sich Ausschuss und Nacharbeit von Anfang an vermeiden.
Spannungsfreie Rohlinge — Prinzip und Endwerte
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Prinzip | Fräsen statt Stanzen — keine eingebrachten inneren Spannungen |
| Ergebnis | plan auch bei starker einseitiger Bearbeitung; weniger Ausschuss und Nacharbeit |
| Endbearbeitung | Doppelplanschleifen, beide Seiten gleichzeitig |
| Dickentoleranz | bis ±0,005 mm |
| Planparallelität | bis 0,003 mm |
| Eignung | dünne und einseitig stark bearbeitete Teile |
| Werkstoffe | Messing, Neusilber, Titan und weitere nach Absprache |
| Dokumentation | erreichte Werte je Charge; Materialzertifikat auf Anfrage |
- Warum werden Barquettes gefräst statt gestanzt?
- Beim Stanzen entstehen innere Spannungen, die sich mit der Materialstärke verstärken; beim Fräsen entfällt diese Krafteinwirkung, sodass die Rohlinge plan bleiben und Ausschuss sowie Nacharbeit sinken.
- Welche Toleranzen erreicht die spannungsfreie Fertigung nach dem Schleifen?
- Nach dem Fräsen schleift Wild Wetzikon im Doppelplanschleifen auf Endmass, mit Dickentoleranzen bis ±0,005 mm und Planparallelität bis 0,003 mm, dokumentiert und reproduzierbar über die Serie.
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